Grenzen setzen – Der Schlüssel zu mentaler Gesundheit
- Claudia Kreiner
- vor 1 Tag
- 4 Min. Lesezeit

Kennst du das Gefühl, wenn du wieder einmal „Ja" gesagt hast, obwohl jede Faser deines Körpers „Nein" schreien wollte? Wenn du abends erschöpft auf der Couch sitzt und dich fragst, warum du eigentlich den ganzen Tag für andere da warst – nur nicht für dich selbst? Du bist nicht allein. Vielen Menschen fällt es unglaublich schwer, persönliche Grenzen zu ziehen. Dabei ist genau das eine der wichtigsten Fähigkeiten für unsere mentale Gesundheit und ein zufriedenes Leben.
Warum sind Grenzen so wichtig?
Grenzen sind wie ein unsichtbarer Schutzschild für unsere Energie, unsere Zeit und unser emotionales Wohlbefinden. Sie definieren, wo wir aufhören und andere anfangen. Sie sagen aus, was wir akzeptieren und was nicht, was uns guttut und was uns schadet. Ohne klare Grenzen laufen wir Gefahr auszubrennen, uns ausgenutzt zu fühlen oder unsere eigenen Bedürfnisse völlig aus den Augen zu verlieren.
Menschen, die keine Grenzen setzen können, zahlen einen hohen Preis: chronische Erschöpfung, das Gefühl der Fremdbestimmung, Groll gegenüber anderen und sich selbst, und langfristig oft ernsthafte psychische Probleme wie Burnout, Angststörungen oder Depressionen. Grenzen zu setzen ist also keine Selbstsucht – es ist Selbstfürsorge in ihrer reinsten Form.
Grenzen im Alltag – erkennst du dich wieder?
Schauen wir uns konkrete Situationen an, in denen fehlende Grenzen zum Problem werden:
Im Beruf: Deine Kollegin bittet dich zum dritten Mal diese Woche, ihre Aufgaben zu übernehmen, weil sie „so im Stress" ist. Du sagst Ja, obwohl dein eigener Schreibtisch überquillt. Am Wochenende antwortest du brav auf E-Mails deines Chefs, weil du Angst hast, als unmotiviert zu gelten.
In der Familie: Deine Mutter ruft täglich an und erwartet, dass du dir Zeit nimmst – egal, was du gerade tust. Deine Schwiegereltern kommen unangekündigt vorbei und erwarten bewirtet zu werden. Du schluckst deinen Ärger hinunter, weil „das macht man halt nicht" in der Familie.
In Freundschaften: Eine Freundin nutzt dich als Dauertherapeutin für ihre Probleme, fragt aber nie, wie es dir geht. Ein Bekannter leiht sich regelmäßig Geld und gibt es nicht zurück. Du sagst nichts, weil du nicht als „schwierig" gelten möchtest.
In der Partnerschaft: Dein Partner entscheidet ständig allein, wie ihr eure gemeinsame Zeit verbringt. Deine Wünsche werden übergangen, aber du willst keinen Streit riskieren.
All diese Situationen haben eines gemeinsam: Deine Grenzen werden überschritten, und du lässt es zu – oft aus Angst vor Ablehnung, Konflikten oder dem schlechten Gewissen.
Der Blick aus Sicht der mentalen Gesundheit
Aus psychologischer Perspektive sind gesunde Grenzen fundamental für unser Selbstwertgefühl und unsere Identität. Wenn wir ständig die Bedürfnisse anderer über unsere eigenen stellen, verlieren wir den Kontakt zu uns selbst. Wir wissen irgendwann nicht mehr, was wir eigentlich wollen, wer wir sind, was uns wichtig ist.
Dieser Verlust der Selbstwahrnehmung führt zu einem Teufelskreis: Je weniger wir unsere Grenzen wahren, desto schwächer wird unser Selbstwertgefühl. Je schwächer unser Selbstwertgefühl, desto schwerer fällt es uns, Grenzen zu setzen. Wir glauben, wir müssten uns die Zuneigung und Anerkennung anderer durch ständige Verfügbarkeit und Selbstaufgabe verdienen.
Die Wahrheit ist: Menschen, die ihre Grenzen klar kommunizieren, werden respektiert – nicht abgelehnt. Sie wirken selbstsicher und authentisch. Paradoxerweise führen klare Grenzen zu gesünderen, ehrlicheren Beziehungen, weil beide Seiten wissen, woran sie sind.
Der erste Schritt: Nein sagen lernen
Die gute Nachricht ist: Grenzen setzen kann man lernen. Der wichtigste erste Schritt ist das kleine, aber mächtige Wort „Nein". Ein klares, freundliches „Nein, das passt mir gerade nicht" oder „Nein, das möchte ich nicht" kann lebensverändernd sein.
Hier ein praktisches Beispiel:
Alte Reaktion: Kollegin: „Kannst du diese Präsentation bis morgen für mich fertig machen?" Du: „Ähm... ich habe eigentlich... aber okay, ich schaue mal..."
Neue Reaktion mit Grenze: Kollegin: „Kannst du diese Präsentation bis morgen für mich fertig machen?" Du: „Nein, das schaffe ich zeitlich nicht. Ich habe eigene Deadlines, die ich einhalten muss."
Kein langes Rechtfertigen, keine erfundenen Ausreden, keine Entschuldigungen. Deine Zeit und Energie sind wertvoll – und du darfst sie schützen.
Wichtig dabei: Ein Nein ist eine vollständige Antwort. Du musst dich nicht rechtfertigen, erklären oder entschuldigen. Je mehr du dein Nein verteidigst, desto mehr Angriffsfläche bietest du. „Nein" ist ein kompletter Satz.
Was erwartet dich im Workshop?
Das war nur der Anfang. Im Workshop „Grenzen setzen lernen – Nein-Sagen ohne schlechtes Gewissen, Abgrenzung im Beruf und Privatleben" tauchen wir viel tiefer ein:
Wie erkennst du deine persönlichen Grenzen und Bedürfnisse?
Welche praktischen Kommunikationstechniken gibt es für verschiedene Situationen?
Wie gehst du mit Menschen um, die deine Grenzen nicht respektieren?
Wie überwindest du das schlechte Gewissen?
Wie unterscheidest du zwischen gesunder Abgrenzung und Egoismus?
Welche Strategien helfen bei besonders schwierigen Beziehungen (toxische Menschen, Manipulation)?

Dein Weg zu mehr Selbstbestimmung
Grenzen setzen zu lernen ist ein Prozess. Es wird sich anfangs vielleicht unangenehm anfühlen, vielleicht sogar egoistisch. Aber mit jeder Grenze, die du setzt, wirst du stärker, selbstbewusster und freier. Du holst dir dein Leben zurück – ein Nein nach dem anderen.
Bist du bereit, diesen Weg zu gehen? Möchtest du lernen, wie du Grenzen ohne schlechtes Gewissen setzt und endlich für dich selbst einstehst? Dann melde dich jetzt für meinen Workshop „Grenzen setzen lernen" an. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.
Deine Bedürfnisse sind wichtig. Deine Zeit ist wertvoll. Du bist es wert, geschützt zu werden – auch von dir selbst.
Von Herzen, Claudia




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